Ostberlin, 1988: Ein Digital Immigrant beginnt, sich als Digital Native zu fühlen
Meinen ersten PC habe ich 1988 geschenkt bekommen. Geboren im Arbeiterbezirk Prenzlauer Berg in der ostdeutschen Hauptstadt Berlin, hatte ich in dem Jahr meine Jugendweihe. Das war das linientreue Äquivalent zur Konfirmation.
Ich hatte beides: Konfirmation in der Kirche an der Danziger Strasse und Jugendweihe im Planetarium an der Prenzlauer Allee. Positiver Nebeneffekt: Es gab zweimal Geschenke!
Rückblickend betrachtet ziehe ich meinen Hut vor der strategischen Weitsicht meiner Eltern. Sie stellten mich vor die Wahl: Moped oder Computer. Also entweder Geschwindigkeitsrausch auf Ostberlins Asphalt, nahe am Epizentrum des gesellschaftlichen Lebens jugendlicher Bewohner der Hauptstadt der späten DDR, verbunden mit Feten und Frauen und Benzinkosten – oder nächtliche Programmierexzesse im verpickelten Kreise gleichgesinnter Computernarren, umgeben von verklebten Gläsern voll Club-Cola im grünlichen Licht unserer Monochrom-Monitore.







