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25 Jahre PC-Verwirrung

Anna G. aus Bern, BE schrieb am 23. November 2009, 0 Kommentare Kommentare

Vor ziemlich genau 25 Jahren erblickte ich das Licht der Welt. Am 30. November 1984 – DAS Geschenk an meine Eltern. Bestimmt hätten sie es sich 100-, wenn nicht sogar 1’000-mal überlegt, wenn sie gewusst hätten, was da auf sie zu kommt.

Früh schon erhielten meine Schwester und ich den ersten Gameboy. Nach diversen gescheiterten Versuchen, meine ältere Schwester doch noch zu besiegen, gab ich dann doch auf. Ich wechselte auf den Computer, wo ich mich selber immer und immer zu schlagen versuchte.

Überraschung auf der Startseite (Symbolbild von Lauren Close/Flickr)

Überraschung auf der Startseite (Symbolbild von Lauren Close/Flickr)

Dann, ich war ca. 13 Jahre alt, wechselte mein Vater seine Stelle. Als Informatiker bei der Swisscom erhielt er sofort seinen eigenen Laptop mit Internet und allem – MEIN Highlight! Abend für Abend war ich im Chat. Leute aus aller Welt lernte ich kennen (wenn ich den Aussagen meiner Chat-Freunde glauben darf).

 

Es ging nicht lange … mein Vater war gerade mal eine Woche bei der Swisscom, da installierte ich ihm eine neue Startseite! «Super Sache», dachte ich, als ich auf eine Homepage meiner Chat-Kollegin klickte. Alles andere als super fand aber mein Vater seine neue Startseite auf dem Laptop der Swisscom:

Zu sehen war eine nackte Frau, sitzend auf dem Boden. Als wäre dies nicht genug, konnte ich die Seite nicht mehr ändern – und auch der Informatiker in unserem Hause konnte dies nicht. Aus unerklärlichen Gründen war das Ändern der Startseite nicht mehr möglich. Meine Chat-Kollegin bekam ein völlig neues Gesicht – respektive eine ziemlich nackte Erscheinung. So war auch diese erste Erfahrung mit dem World Wide Web ein Reinfall. Ich gab aber nicht auf …

Später dann, als ich die Tasten in den Griff bekam und auch meinen Vater nicht mehr vor nackte Tatsachen stellte, stieg ich in der Welt der Informatik steil auf. Ich lernte meiner Mutter, wie sie ihre E-Mails lesen und schreiben kann. Heute ist sie eine begeisterte «Mailerin». Es vergeht kaum ein Tag ohne Mail von ihr.

Und auch beruflich stieg ich auf. Nach einer kaufmännischen Ausbildung arbeite ich heute in einer Bauunternehmung in der Region Bern. Ich verfasse nicht nur täglich Briefe, Offerten, Statistiken usw. am PC, auch die Homepage habe ich zu meinem Fein…eh Freund gemacht. Gelernt habe ich alles durch Klicken und Ausprobieren aller Knöpfe; also im Selbtstudium. Und es funktioniert. Durch Fehler lernt man, diese Aussage trifft völlig auf mich zu …

Ein «reales» Bild zu meiner Geschickte gibt es leider nicht – obwohl, zugegeben, der Blick der Swisscom wäre ein Poster wert: Mein Vater bringt seinen Geschäfts-Laptop zurück, weil «seine Tochter» eine Porno-Seite zur Startseite gemacht hat …

Übrigens, mein Vater arbeitet heute noch immer bei der Swisscom – die Startseite hat man mir verziehen :-)

(Bild: Lauren Close/Flickr)

Die Autorin dieser Geschichte ist auf den Kopf gefallen - respektive ins Internet, oder auf die Intrigen mancher Menschen rein.

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